Altes Ägypten

Die Ägypter stellten eine ab 3150 v. Chr. bis 395 n. Chr. in Afrika vorherrschende Hochkultur dar. Häufig damit in Verbindung gebracht wird die allgemeine Bezeichnung „Altes Ägypten“, die genau genommen für das Land Ägypten im Altertum steht. Ursprünglich lautete der Name Ägyptens „Kemet“, was übersetzt soviel heißt wie „Schwarzes Land“. „Kemet“ bezeichnet das Delta des Nils und hat seinen Ursprung im sogenannten schwarzen Schlamm, der nach den jährlichen Überschwemmungen des Nils zurückblieb und infolgedessen den Schlüssel für eine fruchtbare Ernte darstellte.

Eine hingegen andere Bezeichnung für Ägypten, das Land des Altertums, war „Ta meri“ (= T3 mrj). Dieser Terminus wurde mit „Land meri“ übersetzt, da die Bedeutung und Herkunft des Wortes „mrj“ unbekannt war und dies auch blieb.

Die ägyptische Geschichte umfasst, gemäß der Vorlage materieller Zeugnisse, die Perioden von der Frühzeit bis zur Eroberung Ägyptens durch das Römische Reich. Dabei wird die ägyptische Geschichte in zahlreiche Epochen unterteilt. Somit sei festgehalten, dass die Entstehung der ägyptischen Kultur in fernen Urzeiten stattgefunden haben muss. Die heute als Hochkultur bekannte Kultur Ägyptens hatte ihren Ursprung in der sogenannten Frühdynastischen Periode – nämlich in jener Periode, in welcher in Oberägypten ein erstes Reich entstand. Zahlreiche militärische Expansionen waren der Auslöser für eine baldige Vergrößerung dieses Reiches in Richtung Nildelta. Dort erfolgte die Eroberung des heutigen Unterägyptens. Im Zuge dieser Eroberung vollzog sich der erste Schritt der sogenannten Reichseinigung.

Im Rahmen der Gesellschaft im damaligen alten Ägypten kann gesagt werden, dass die meisten Ägypter Bauern waren. Sie führten ein ziemlich einfaches sowie bescheidenes Leben und galten als Besitzer kleiner Feld entlang des Nils. Am Nil widmeten sich die Ägypter rund acht bis neun Monate lang dem Anbau von Weizen, Früchten und Gemüse. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Menschen selbst versorgen mussten, bestimmte die Zucht von Ziegen, Schafen und Rindern einen großen Teil ihres Lebensunterhalts. Dabei sorgten sie stets für ausreichend Vorräte für die Zeit der jährlichen Überschwemmungen, die ihre Ernte entlang des Nils zerstörten.

Die Eheleute lebten im alten Ägypten in der Regel monogam, was bedeutet, dass ein Mann nur eine Frau für eine lebenslange exklusive „Fortpflanzungsgemeinschaft“ hatte. Die in der ägyptischen Hochkultur vorherrschenden Polygamie ist bisher mit Sicherheit ausschließlich im Königshaus sowie bei einigen wenigen hohen Beamten bezeugt. Die Kindersterblichkeit gestaltete sich damals sehr hoch. Genau aus diesem Grunde war ein großer Kinderreichtum stets willkommen und erwünscht. Was die allgemeine Lebenserwartung betrifft, so sei angemerkt, dass diese nicht sehr hoch war.

Die Religion nahm im alten Ägypten eine sehr wichtige und durchaus bedeutende Rolle ein. Demnach wurde im Reich der alten Ägypter zu Ehren jedes Gottes ein eigener Tempel errichtet. In jedem Tempel befanden sich die Statuen des jeweiligen Gottes. Hierbei sei festgehalten, dass es in sogenannten Totentempeln ganz besondere Bereiche gibt, in welchem die Verehrung eines Gottes stattgefunden haben muss. Als besonders typisch galt in Ägypten das Darbieten von Opfergaben an die Götter, wodurch bewirkt werden sollte, dass die Welt in Einklang blieb. Zu besonders häufigen Opfergaben zählten u.a. Speisen, Getränke, Blumen, Wein, Parfüm und Weihrauch. Der Weihrauch diente zur Vertreibung böser Geister und wurde dabei von den damaligen Priestern in geheimen und abgeschirmten Räumen hergestellt. Die Liste der dafür benötigten Zutaten war an den Wänden aufgezeichnet.

Im Rahmen der Kunst gilt besonders die Baukunst als ein äußerst wichtiger und bedeutsamer Bestandteil im alten Ägypten. Die Errichtung der Pyramiden von Gizeh zählt dabei zu den eindrucksvollsten Bauten der Geschichte. Diese stammen genau genommen aus der Zeit der 4. Dynastie. Die gigantischste aller Pyramiden ist die sogenannte Cheops-Pyramide mit einer Höhe von 147 m. Sie fungiert dabei als symbolische Verbindung zwischen dem Ewigen (= Spitze der Pyramide) und dem Irdischen (= Basis / Sockel der Pyramide). Die beiden anderen Pyramiden sind die Mykerinos-Pyramide und die Chephren-Pyramide. Jede dieser drei Pyramiden verdankt ihr Dasein einem jeweils individuellen Erbauer, nämlich den drei berühmtesten Pyramidenbauern im damaligen alten Ägypten: Cheops (Erbauer der Cheops-Pyramide), Mykerinos (Erbauer der Mykerinos-Pyramide) und Chephren (Erbauer der Chephren-Pyramide).